Feuerwehr Bischweier

Geschichte der Feuerwehr Bischweier

Der Ursprung und die Entstehung der Bischweierer Feuerwehr geht weit vor das Jahr 1881 zurück.

Bereits im ersten archivierten Rechnungsbuch der Gemeinde Bischweier, aus dem Jahre 1779, ist aufgeführt, dass die Gemeinde Bischweier allen jungen Bürgern aufgelegt hat einen “Feuereimer” für den Notfall bereit zuhalten. Hierfür waren im Inventar von 1779 28 “Feuereimer” aufgelistet. 

In den Orten, wo keine Freiwillige Feuerwehr bestand, wurde durch die Bezirksfeuerlöschordnung vom 22. Oktober 1873 bestimmt, dass eine organisierte Löschmannschaft errichtet werden muss. Zu dieser Zeit gab es bereits eine Löschgruppe in Bischweier, jedoch nicht als Freiwillige Feuerwehr organisiert.

Hydrantenwagen (1951)

Bereits im Jahre 1930 hatte die Gemeinde eine Wasserleitung erstellt und hierzu einen neuen Schlauchwagen angeschafft, welcher mit Storz Kupplungen versehen war.

1931 wurde ein Hydrantenwagen mit 150 m Hanfschläuchen, 3 Standrohren, 4 Strahlrohren und 15 Paar Stortz-Kupplungen beschafft

Im Jahre 1939 wurde vom Innenministerium angeordnet, dass nunmehr in jeder Gemeinde eine Freiwillige Feuerwehr zu bestehen habe. Für die kleinen Gemeinden sollten zunächst 20 Mann, für die übrigen Gemeinden 25 Mann aufgestellt werden. Hierzu gehörte auch Bischweier.

Am 09.02.1940 konnte die Gemeinde dem Landratsamt melden, dass sich etwa 40 junge Leute im Alter von 27 – 40 Jahren zum “freiwilligen Eintritt” erklärt hätten. Alljährlich fand durch den Bezirksfeuerwehrinspektor, der bei einer Übung anwesend war, eine Inspektion der Löschmannschaft und der Löschgeräte statt.

Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde fand am 10. März 1940 durch Regierungsrat Müller vom Landratsamt Rastatt im Gasthaus “Zur Sonne” in Bischweier statt. Der Wehr waren 27 Mann beigetreten. Wehrführer, so hieß seit 1936 der frühere “Kommandant”, wurde durch Verfügung des Landrates, Herr Anton Westermann am 30.04.1940. Die Vereidigung von Wehrmännern erfolgte am 30.11.1940 auf dem Rathaus.

Am 21. Oktober 1941 erfolgte durch die Behörde eine örtliche Überprüfung der Löschwasserverhältnisse. Nach dem Gutachten, in dem die Gemeinde restlos untersucht wurde, 160 Anwesen mit 980 Einwohnern, verfügt diese über eine ausgezeichnete Wasserleitung. Die Anlage besitzt einen Hochbehälter mit einem Fassungsvermögen von 260m³.

Für eine friedensmäßige Brandbekämpfung ist die Löschwasserversorgung gesichert. Auch das Wohnviertel “Ziegelei” war an die Wasserleitung angeschlossen.

Im Februar 1943 wurden die Freiwilligen Feuerwehren unter die Sondergerichtsbarkeit der SS und Polizeigerichte gestellt; damit unterlagen sie auch den militärischen Strafgesetzen, sobald gegen eine Dienstvorschrift verstoßen wurde. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr umfasst jetzt 30 Wehrmänner.

Nach Beendigung des 2.Weltkrieges 1945 ordnete die Militärregierung in Baden-Baden eine Erfassung aller in den Gemeinden des Landkreises Rastatt vorhandenen Feuerlöschgerate an.

Löschgeräte ausändischer Herkunft waren keine vorhanden, im Oktober 1945 bestimmte eine Anordnung des Landrats:

Die Feuerwehren dürfen keinen militärischen Charakter haben. Die polizeilichen Befugnisse der Feuerwehrführer und Feuerwehrmänner fallen weg.

Die hiesige Wehr bestand 1945 noch aus 28 Männern.

Im Februar 1946 wurden auf Anordnung der Militärregierung des Kreises Rastatt die Besatzungstruppen und Besatzungs-Dienststellen aufgefordert, in den Ortschaften, in denen sie untergebracht waren, sich in feuerpolizeilicher Hinsicht unter den Schutz der deutschen Feuerwehr dieser Ortschaft zu stellen. Bei vorkommenden Bränden war nunmehr nur noch der Leiter der deutschen Feuerwehr verantwortlich.

Die Neugründung der Freiwilligen Feuerwehr Bischweier stand im Jahr 1951 an. Mit 12 Stammmitgliedern und einer “großen Zahl Neulingen”.

Im Jahr 1954 hatte Bischweier 1114 Einwohner. Es wurden ein zweites Alarmhorn und ein Düsenstrahlrohres (durch Geldspende der Ziegelei) beschafft.

Nach langjähriger Verwaltung durch den Staat und die Gemeinden wurde durch das Feuerwehrgesetz des Landes Baden-Württemberg vom 01. April 1956 die Stellung der Feuerwehr neu gefestigt und als gemeinnützige, der Nächstenliebe dienende Einrichtung der Gemeinde anerkannt. Sie war wieder in eine selbstverwaltende Körperschaft übergegangen. Anstelle der Messinghelme traten nun mehr neue Stahlhelme.

Im Dezember 1960 erhielten die Feuerwehren auch die Aufgaben der Wasserwehren übertragen. Sie trugen somit die Verantwortung für den Hochwasserschutz der Gemeinden, zu dem sie schon aufgerufen worden waren. Auch in anderen Fällen leisteten sie Hilfe in der Not.

Im Jahr 1969 wurde das neue Gerätehaus eingeweiht. In Verbindung mit der Einweihung war auch die Übergabe des ersten Löschgruppenfahrzeuges LF 8. Im gleichen Jahr wurde auch der Borgward Allrad Mannschaftswagen (TS 8) beschafft.

Löschgruppenfahrzeug LF 8 (1969)
Mannschaftswagen TS 8 (1969)

1970 waren die ersten Atemschutzträger bereits in Reihen der Wehr.

Wie man an den Einwohnerzahlen sieht (1978 / 2798 Einwohner) wuchs Bischweier stetig, wie auch die Feuerwehr. 1978 waren 36 Aktive, 6 Mann in der Altersmannschaft sowie 3 Feuerwehranwärter Mitglieder unserer Feuerwehr.

In der Jahreshauptversammlung von 1979 wurde auf das Inventar der Freiwilligen Feuerwehr Bischweier verlesen:

  • 1 x Löschfahrzeug mit TS 8 (LF8 TS)
  • 1 x Mannschaftswagen mit TS 8 (Borgward)
  • 1 x Rüstanhänger mit Rettungswerkzeug und Ölwehrgerät
  • Funkalarmierungsanlage und Sprechfunkanlage
  • sowie schweren Atemschutz

Im Zuge eines großen Festaktes konnte 1981 das neue TLF 8/18 auf Basis eines Mercedes-Benz Unimogs U 1300 L und mit einem Aufbau der Firma Ziegler übernommen werden.

Fahrzeugweihe des TLF 8/18 (1981)

Ebenfalls 1981 wurde eine Anzeige im Gemeindeanzeiger geschaltet um Jugendliche ab 16 Jahren in die Wehr aufzunehmen. Der Erfolg daraus : 10 neue Jugendfeuerwehrmitglieder

Im Jahr 1987 gründete Theobald Schiel die Jugendfeuerwehr mit Eintragung im Landesjugendfeuerwehrverband mit 13 Jugendlichen. Im selben Jahr erhielte die Feuerwehr Bischweier ein Löschgruppenfahrzeug (LF8) auf Basis eines Mercedes-Benz 816.

Löschgruppenfahrzeug LF8 (1987)
Fahrzeugweihe HLF 20/16 (2010)

1990 wurde der Fuhrpark modernisiert. Ein neuer Mannschafts- und Tranport-Wagen (Mercedes-Benz 208 D) wurde beschafft.

Im Jahr 1992 wurde das Feuerwehrgerätehaus von Grund auf saniert. An der Fahrzeughalle wurde in Ihrer Form festgehalten, jedoch wurde der Mannschaftsraum zum Umkleideraum und zum Treppenhaus umfunktioniert, das Dachgeschoss aufgestockt und isoliert und das Gebäude in die heutige Form gebracht.

Auf Grund der immer vielfältiger werdenen Aufgaben der Feuerwehr, wurde 2010 ein Hilfeleistungs-Löschgruppen-Fahrzeug (Atego 1629) mit Rosenbauer-Aufbau beschafft.

 

2015 feierte man das 75-jährige Bestehen der Feuerwehr in Bischweier mit einem Jubiläumsfest in der Markthalle.